Preboarding: Neue Mitarbeiter frühzeitig wirksam binden

11. März 2024

Talente früh binden

Der Druck ist enorm. Recruiter, Talent Acquisition Teams, Talent Development Manager – sie alle sind im Dauerstress, um sich für immer wieder neue Wellen und Eskalationsstufen der derzeitigen Krisen, die sich auf die Besetzung von Stellen auswirken, zu rüsten. An jeder Ecke fehlen geeignete Mitarbeitende und werden sie gefunden, erwarten diese nicht selten Goodies, Annehmlichkeiten und Rahmenbedingungen, die manch einen Arbeitgeber erblassen lassen.

So wie sich Bewerber vor Jahrzehnten mit kreativen, originellen Ideen die Aufmerksamkeit vielfach umworbener Arbeitgeber erkämpfen mussten, ist das Spiel heute genau umgekehrt. Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern, die vor Jahren noch salopp als nice-to-have galten, werden heute zu einem wesentlichen Make-it-or-Break-it-Faktor – so auch das Preboarding.

Preboarding als Teil des Onboardings

Sobald der Arbeitsvertrag vom neuen Mitarbeiter unterschrieben ist, sollte im Rahmen der Candidate Journey das Preboarding (auch Pre-Boarding oder Pre-Onboarding genannt) als erste der Onboarding-Phasen einsetzen.

Ein gutes Preboarding sorgt dafür, dass die neuen Beschäftigten im Zeitraum von der Vertragsunterschrift bis zum ersten Arbeitstag von einer frühzeitigen Kündigung abgehalten werden. Das im eigentlichen Sinne daran anschließende Onboarding hingegen stellt ab dem ersten Arbeitstag eine optimale Einarbeitung und Integration des neuen Beschäftigten sicher.

Je nach Kündigungsfrist des Mitarbeitenden beim vorherigen Arbeitgeber beträgt die Preboarding-Phase gern einmal 6 Monate oder mehr. Mitunter also ein sehr langer Zeitraum, in dem vieles passieren kann, das den Start des neuen Angestellten in Ihrem Unternehmen verhindert.

Warum ist ein starkes Preboarding wichtiger denn je?

Natürlich ist den meisten HR-Experten die Notwendigkeit eines Preboardings längst bekannt, entsprechend geben 84% der befragten HR-Profis in der Haufe Onboarding Umfrage 2023 an, dass sie ihr Onboarding schon in der Preboarding-Phase starten.

Weitere Zahlen der Umfrage geben jedoch Hinweise darauf, dass das Preboarding in zu vielen Fällen immer noch nicht gut genug für eine ausreichende Hebelwirkung gegen eine Frühfluktuation greift:

  • Ganze 36% der Befragten geben an, dass sie Kündigungen vor dem ersten Arbeitstag bekommen.
  • 56% sind mit Frühfluktuationen konfrontiert, die sich auf falsche Erwartungen der Onboardees zurückführen lassen.
  • Bei nur 25% ist ein zentral organisierter Onboarding-Prozess über die Personalentwicklung oder über das Recruiting/Talent Acquisition Team (15%) installiert.
  • Lediglich 15% verfügen über ein Onboarding-Budget, nur 25% setzen eine unterstützende Onboarding-Software ein.

Fachkräftemangel, demografischer Wandel sowie veränderte Prioritäten und Erwartungen bei zunehmend bindungsscheuen Kandidaten und Kandidatinnen – für diejenigen, die Talente finden und binden möchten, sind die Bedingungen am Arbeitsmarkt so hart wie nie.

Und je mehr HR-Teams in Preboarding-Maßnahmen einsteigen bzw. diese intensivieren, desto besser müssen die eigenen Bemühungen werden, um in diesem harten Wettbewerb den Zuschlag zu bekommen. Wer heute im War for Talents eine frühzeitige Bindung neuer Mitarbeiter ans Unternehmen bewirken möchte, braucht kein gutes, sondern ein sehr gutes Preboarding, das klug und durchdacht aufgesetzt ist.

Ohne Frage sind Formalitäten ein wichtiger Bestandteil. Entscheidend für einen erfolgreichen Aufnahmeprozess sind aber vor allem Maßnahmen, die frühzeitig eine soziale und kulturelle Integration in den Köpfen der gewonnenen Beschäftigten aktivieren. Schließlich werden begehrte Talente im Zeitraum bis zu ihrem ersten Arbeitstag weiterhin mit potenziell verlockenden Angeboten von Headhuntern, Firmen oder aus dem eigenen Netzwerk adressiert.

Was sind wirksame Preboarding-Maßnahmen?

Die besten Preboarding-Maßnahmen sind solche, die bei neuen Beschäftigten eine Vorfreude auf ein Arbeitsumfeld auslösen, in welchem sie sich gehört, gesehen und verstanden – kurzum rundum wohl fühlen können. Oder anders gesagt: Maßnahmen, die sie in der Zeit zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag gegen noch so geschickte Abwerbeversuche anderer Unternehmen immun machen.

Dies geschieht vor allem durch das Aussenden von wertschätzenden Signalen und damit dem Aufbau einer frühen emotionalen Bindung der neuen Mitarbeitenden an ihren neuen Arbeitgeber. Dabei sollten die Touchpoints gut ausgewählt und die Kontaktfrequenz ebenso gut dosiert werden.

Hier ein paar Tipps für ein wirksames Preboarding:

Arbeitsvertrag zügig versenden

Der schriftliche Arbeitsvertrag ist möglichst zügig unter Dach und Fach zu bringen. Mehr als 3 Tage sollten nach der mündlichen Zusage zwischen beiden Parteien und dem Versand des Vertrages nicht vergehen.

Wohl dosiert in Kontakt bleiben

Die gewonnenen Mitarbeiter sind vielleicht noch stark ausgelastet mit letzten Projekten und Übergaben bei ihrem vorherigen Arbeitgeber oder möchten vor ihrem Antritt nochmal in einem ausgedehnten Urlaub ungestört entspannen. Deshalb nicht zu häufig kontaktieren, aber mindestens alle 4 Wochen.

Wie reagiert der vorherige Arbeitgeber auf die Kündigung?

Nicht selten möchten Beschäftigte ein Unternehmen verlassen, weil sie mit den Rahmenbedingungen nicht zufrieden sind. Und nicht selten reagieren Arbeitgeber auf eine solche Kündigung mit einer Nachbesserung der Arbeitsbedingungen, wodurch Mitarbeitende ihre Kündigung zurückziehen.

Um diese Gegenangebote frühzeitig abzuwehren, ist es hilfreich, den neuen Mitarbeiter proaktiv auf die Kündigungsreaktion des vorherigen Arbeitgebers anzusprechen und die Vorteile einer Tätigkeit in Ihrem Unternehmen nochmal aufzuzeigen.

Gewinnende Willkommens-E-Mail einsetzen

„Wie schön, dass wir Sie in unserem Team begrüßen dürfen!“ – Wer freut sich nicht über eine herzliche Nachricht in dieser oder ähnlicher Form. Ein Unternehmen, das in einer solchen Mitteilung nochmal spürbar seine Vorfreude auf den neuen Mitarbeiter bekundet, wird auch auf Seiten des neuen Beschäftigten die Vorfreude verfestigen.

Zusätzlich kann die personalisierte Willkommensmail neue Mitarbeiter auf wichtige Details hinweisen:

  • Datum und Uhrzeit für den ersten Arbeitstag
  • Name und Kontaktdaten des/der HR-Verantwortlichen für Fragen rund um die Einstellungsformalitäten und sonstige wichtige Informationen (z. B. Parkplatz, bAV & VWL, Dienstwagenregelung, Lademöglichkeit für E-KFZ etc.)
  • Name und Kontaktdaten einer Ansprechperson aus dem Team für Fragen rund um die neue Arbeitsstelle
  • Vorstellung des Teams, in dem der Mitarbeiter zukünftig arbeiten wird
  • Vorschau auf den Terminplan für den weiteren Onboarding-Prozess
  • Übersicht zu technischer Ausrüstung und Software, mit der sie arbeiten werden
  • Wichtige Anmelde- und Zugangsdaten
  • Übersicht zu den To-dos, die bis zum ersten Arbeitstag noch zu erledigen sind
  • Verweis auf Informationsquellen, um mehr über die Organisation zu lernen
  • Vorschau auf den Einarbeitungsplan

Tolles Willkommensgeschenk einbinden

Wer den Effekt seiner Willkommens-E-Mail verstärken möchte, kann zusätzlich noch etwas Haptik mit einer Willkommensmappe, einem nützlichen Willkommensgeschenk bzw. einer Onboarding-Box in den Preboarding-Prozess einbinden.

Jedes Unternehmen strebt danach, sich als starke Marke zu etablieren. Und jede starke Marke nimmt ihren Anfang mit überzeugten Mitarbeitern, die hinter ihr stehen. Gebrandete Goodies wie z. B. Kaffeebecher, hochwertige Notizbücher oder T-Shirts werden daher nicht selten auch bei neuen Mitarbeitenden ein beliebter Ausdruck einer solchen Identifikation mit dem neuen Arbeitgeber. Manche Unternehmen legen zur weiteren Auflockerung auch noch gern etwas wie z. B. eine Geschenkkarte oder einen Snack der Geschenkbox bei.

Ein personalisierter Gruß von der zukünftigen Führungskraft und / oder von dem zukünftigen Team rundet den Effekt eines solchen Willkommenspakets für neue Mitarbeiter perfekt ab.

Kontakt zu Preboarding Buddy herstellen

In vielen Fällen bewährt es sich, einen Preboarding Buddy zu bestimmen, der neue Angestellte als „Reiseleiter“ durch wichtige Abschnitte und Stationen des Aufnahmeprozesses führt und für Fragen jederzeit ansprechbar ist.

Wichtig dabei ist, genau abzugrenzen, wo der Buddy und wo eine verantwortliche Führungskraft die Begleitperson sein sollte. Bei strategischen Themen oder bei neuralgischen Punkten, wo für die Bindung ein persönlicher Kontakt mit der Führungskraft wichtig ist, sollte unbedingt nicht an den Buddy outgesourct werden.

Sich jederzeit ansprechbar zeigen

Für typische Fragen kann sehr gut auf FAQ verwiesen werden. Dennoch sollten neue Mitarbeiter im Preboarding schnell den Eindruck gewinnen, dass ihre individuellen Fragen jederzeit herzlich willkommen sind und sich ein geeigneter Ansprechpartner – Buddy oder die jeweils zuständige Führungskraft – persönlich Zeit nimmt, um ausreichend darauf einzugehen.

Mit Willkommens-Anruf durch die Führungskraft überraschen

Auch ein Anruf durch die zukünftige Führungskraft im Zeitraum vor dem ersten Arbeitstag bewährt sich sehr als wertschätzender Ausdruck der Vorfreude auf die zukünftige Zusammenarbeit.

Im informellen Stil können Unsicherheiten genommen und ein paar Insider-Tipps gegeben werden. Auch ein lockerer Austausch über Hobbys und Interessen kann die Bindung stärken.

Begrüßung durch zukünftige Team-Mitglieder initiieren

Ein herzliches Willkommen durch die neuen Team-Kollegen und -Kolleginnen – als Text- oder Video-Nachricht – kann die Vorfreude und auch die frühzeitige Bindung unterstützen. Passend dazu sind auch die Kontaktanfragen auf z. B. auf LinkedIn durch die neuen Kollegen auf dem Profil des neuen Mitarbeitenden ein schönes Signal.

Video-Gruß an neue Team-Mitglieder initiieren

Mittlerweile gibt es auch immer mehr tolle Beispiele für die frühe Vorstellung neuer Mitarbeiter per Video. Dabei folgen neue Beschäftigte der Aufforderung, sich mit einem kurzen Vorstellungsvideo ihrem neuen Team vorzustellen. Eine großartige Gelegenheit, um auf authentische, lockere oder auch gern etwas humorige Art einen ersten Eindruck beim neuen Team zu hinterlassen.

Feedback ausdrücklich erwünscht

„Ihre Meinung ist uns wichtig“ sollte nicht nur eine Floskel sein, sondern als Quelle wichtiger Informationen für ein laufendes Feintuning der Candidate- und Employee Experience verstanden werden. Beschäftigte, deren Feedback nicht nur erfragt, sondern auch berücksichtigt wird, erfahren schon früh das wichtige Gefühl einer authentischen Wertschätzung, was sich sehr positiv auf die Bindung auswirkt.

Nützliche Checklisten bereitstellen

Insbesondere im formalen Teil des Preboardings gibt es einige Punkte, deren Erledigung gewonnene Mitarbeitende nicht vergessen sollten. Die Bereitstellung einer nützlichen Checkliste für Formulare, technische Zugänge, etc. ist da sehr willkommen.

Frühzeitige Teilnahme an relevanten Meetings und Events

Wer kennt sie nicht, die Weihnachtsfeiern, Firmenjubiläen und sonstigen Feste, bei denen es gern einmal hoch her geht und so manche(r) sich am nächsten Tag fragt, ob er oder sie vielleicht ein wenig über die Stränge geschlagen hat. Diese Events sind daher für neue Mitarbeiter nicht unbedingt die besten Anlässe, um schon vor dem ersten Arbeitstag das Team kennenzulernen.

Eine viel bessere Wahl sind da (Team-)Meetings, die einen fachlichen Bezug haben. Die frühzeitige Teilnahme neuer Mitarbeiter an solchen Runden zielt nicht darauf ab, dass sie bereits vor Arbeitsbeginn produktiv arbeiten und Ergebnisse liefern. Vielmehr sollen sie schon früh die Erfahrung machen, dass sie als Teammitglied dazu gehören, ihre Erfahrung und Meinung geschätzt wird und sie z. B. schon frühzeitig in die Besonderheiten des Team-Playbooks eingeweiht werden.

Was ist bei Remote Preboarding und Preboarding mit Hilfe von KI zu beachten?

Mit der zunehmenden Verbreitung von Remote-Work-Modellen nimmt auch die Bedeutung von Remote Preboarding deutlich zu.

Einige Onboarding Tools und Software-Lösungen – die sich idealerweise nahtlos in andere HR-Prozesse wie Recruiting, Bewerbermanagement, Talent Management, etc. einfügen – leisten bereits jetzt eine nützliche Unterstützung für Pre- und Onboarding-Prozesse. Mit einer klug eingesetzten KI-Lösung kann das „Preboarding per Fernbedienung“ vor allem hinsichtlich Automatisierung und Personalisierung noch weiter perfektioniert werden.

Allein für administrative Vorgänge – z. B. Austausch von Formularen, Schulungs- und Compliance-Unterlagen sowie Zugängen – und der damit verbundenen Dateneingabe fällt ein großer Zeitaufwand für die Aufnahme jedes neuen Mitarbeiters an. Durch den Einsatz von KI können diese Verwaltungsaufgaben zeitsparend und effizient automatisiert werden, was den meist ohnehin überlasteten Personalabteilungen sehr entgegenkommt.

So wie diese Automatisierungen unabhängig von Geschäftszeiten 24/7 durchlaufen, können auch die neuen Beschäftigten ihre Vorbereitungen unabhängig von Erreichbarkeiten zu einem für sie passenden Zeitpunkt durchführen. Ein Chatbot kann beispielsweise rund um die Uhr typische Fragen der neuen Teammitglieder beantworten. Damit durchlaufen neue Mitarbeiter in ihrem eigenen Tempo den Aufnahmeprozess und die HR-Ansprechpersonen reduzieren gleichzeitig ihre Arbeitslast.

Wichtig für einen guten KI-gestützten Ablauf bei der Aufnahme neuer Mitarbeiter ist, dass die Automatisierungen jeweils mit einer sehr guten Personalisierung verbunden werden. Denn wer vor lauter Automatisierung die individuelle Ansprache und Berücksichtigung vergisst, kann sehr schnell einen negativen Eindruck bei neuen Angestellten auslösen.

Es bewährt sich, den Preboarding-Prozess einmal kleinteilig zu betrachten, um zu sehen, an welchen neuralgischen Punkten in dem KI-gestützten Prozess jeweils der persönliche Kontakt zu einer kompetenten, emphatischen Ansprechperson entscheidend ist. Damit wird einer Anonymisierung vorgebeugt und gleichzeitig die so wichtige Bindung, die nun einmal am stärksten durch einen ergiebigen persönlichen Austausch aufgebaut wird, gefördert. So können z.B. persönliche oder virtuelle Treffen mit dem Buddy, dem neuen Team oder auch der zukünftigen Führungskraft sinnvoll eingebunden werden.

Insgesamt bieten KI-Lösungen also großes Potenzial, um die mit dem Preboarding verbundene Arbeitslast im HR-Bereich zu reduzieren. Entscheidend ist, dass KI-gestützte Standardisierungen im Verhältnis zur Berücksichtigung individueller Fragen/Feedbacks und persönlicher Kontaktmöglichkeiten optimal gewichtet und platziert werden. Wenn dies gelingt, entsteht eine tolle frühe Employee Experience, die gewonnenen Mitarbeitern den Eindruck vermittelt, dass sie auch im weiteren Onboarding-Prozess sehr gut begleitet werden.

Was sind die Vorteile eines professionellen Preboardings?

Auf ein paar Vorteile sind wir bereits eingegangen. Hier nun noch einmal eine Zusammenfassung der wesentlichen Vorteile, die ein professionelles Preboarding mit sich bringt:

Bestätigung – Ja, ich will für dieses Unternehmen arbeiten!

Nicht selten folgen auf die Entscheidung für einen neuen Job Zweifel und Unsicherheiten: Habe ich mich richtig entschieden oder einen großen Fehler gemacht? Und kaum ist die Unsicherheit da, schaltet unser Gehirn auf die Suche nach Indizien um. Und aus dem Zustand der Unsicherheit heraus springen dabei vor allem die Indizien, die gegen die getroffene Entscheidung sprechen, ins Auge.

Deshalb ist es so wichtig, dass neue Mitarbeitende nach der Vertragsunterschrift keine negativen Eindrücke über ihren neuen Arbeitgeber gewinnen, die sie als Bestätigungen dafür auslegen, dass ihre Jobwahl ein Fehler war. Vielmehr sollten sie im Verlauf des Preboardings immer wieder Impulse dafür bekommen, dass es richtig war, sich für eine Tätigkeit in Ihrem Unternehmen zu entscheiden.

Und diese Bestätigungen finden sich eben genau in einem gut organisierten, ansprechenden Preboarding. Ja, das Preboarding ist vor allem dafür da, den neuen Mitarbeitern das Gefühl zu geben, dass sie mit der Entscheidung für Ihr Unternehmen genau die richtige Wahl getroffen haben.

Identifikation mit Ihrem Unternehmen und Ihrer Unternehmenskultur steigern

Mit dem Vertrauen, den richtigen Job gewählt zu haben, steigt auch die Bereitschaft und Neugier zu erfahren, wie es ist, Teil Ihrer Organisation zu werden. Ein professionelles Preboarding gibt frühzeitig eine Vorschau darauf, wie Ihr Unternehmen nach Außen auftritt und nach Innen lebt und arbeitet. Ein erheblicher Teil der Bindung wird dadurch beeinflusst, wie stark neue Beschäftigte sich mit Ihrem Unternehmen identifizieren und von Ihrer Unternehmenskultur überzeugt sind.

Integration fördern

Bereits vor dem ersten Arbeitstag ein informelles Gespräch mit der zukünftigen Führungskraft führen, in den Austausch mit den neuen Kollegen und Kolleginnen gehen, mit dem Buddy die internen Abläufe durchlaufen, die Meeting-Kultur und das Team-Playbook kennenlernen – all diese Aktivitäten fördern die Integration schon vor Arbeitsbeginn und ebnen eine perfekte Basis für den Start der Zusammenarbeit.

Bindung, Bindung, Bindung!

Wie weiter oben festgestellt, sind rund ein Drittel der Unternehmen mit Kündigungen konfrontiert, die bereits vor dem ersten Arbeitstag erfolgen. In Zeiten ohne Fachkräftemangel hätte man diesen Befund bereits mit Sorge betrachtet. In der aktuellen Zeit, wo Fachkräftemangel, demografischer Wandel, bindungsscheue Kandidaten und weltumspannende (Wirtschafts-)Krisen viele Instabilitäten verursachen, können immer weniger Unternehmen solche Frühfluktuationen verkraften.

An einer frühen Bindung geht also kein Weg vorbei. Und wer in den Köpfen der neuen Beschäftigten schon in der frühen Phase positive Erfahrungen mit dem neuen Arbeitgeber installiert, wird nicht nur mit deren Treue beschenkt:

Im weiteren Verlauf bewegen sich eng verbundene Angestellte wie Markenbotschafter, die wertvolle Branding-Effekte ausstrahlen – gegenüber Öffentlichkeit und Auftraggebern ebenso wie gegenüber potenziellen Kandidaten (Arbeitgeberattraktivität).

Motivation und Produktivität triggern

Wem es gelingt bei Onboardees eine Vorfreude auf den neuen Job auszulösen, kann sich auf besonders motivierte und damit auch produktive neue Mitarbeiter freuen. Eine professionelle Einstimmung und Vorbereitung durch ein gelungenes Pre- und Onboarding trägt erheblich zu dieser Vorfreude bei.

Dominoeffekte der Frühfluktuation verringern

Frühfluktuationen schwächen die Motivation im Team, weil Mitarbeitende, die oft ohnehin bereits im Überlastungsmodus arbeiten, noch länger auf Entlastung warten müssen. Und auch das Unternehmensimage nimmt durch jede weitere Frühfluktuation zusätzlich Schaden.

Mit einem erfolgreich etablierten Aufnahmeprozess zeigen sich mit der Zeit deutliche Verbesserungen in der Mitarbeiterfluktuation und damit weniger der ungewünschten Fluktuations-Nebeneffekte.

Erhebliche Einsparungen bei Verwaltungsaufwand und Kosten

Frühfluktuationen sind gerade in Zeiten, in denen so hart um gute Talente gekämpft werden muss, nicht nur eine sehr frustrierende, sondern auch eine kostenintensive Angelegenheit. Tritt sie bei einem neuen Mitarbeiter ein, war der gesamte zeitaufwändige Rekrutierungs- und Verwaltungsaufwand zur Gewinnung und frühen Bindung umsonst. Stattdessen fällt genau dieser Aufwand wieder von Neuem an.

Und auch in späteren Phasen bereiten Fluktuationen weitere Probleme. Neben erneuten Einarbeitungsaufwänden besteht zusätzlich die Gefahr, dass Verzögerungen in laufenden Projekten aufkommen und wichtige Meilensteine des betroffenen Teams womöglich nicht erreicht werden.

Abhängig von der jeweiligen Qualifikation bewegen sich die Kosten für eine Fluktuation zwischen 90 und 200 Prozent des Bruttojahresgehalts des ausscheidenden Mitarbeitenden.

Natürlich lassen sich Fluktuationen nicht vollständig vermeiden. Schließlich kann es immer mal vorkommen, dass z. B. aus privaten Gründen ein Umzug aufkommt oder gesundheitliche Veränderungen eintreten. Umso wichtiger, dass die vermeidbaren Frühfluktuationen durch ein gut greifendes Preboarding und damit durch eine gelungene Candidate Experience verhindert werden.

Was ist im weiteren Onboarding-Prozess zu beachten?

Mit einem wirksamen Preboarding ist die erste große Hürde in der frühen Phase des Mitarbeiter-Retention-Wettstreits genommen. Um diesen ersten Bindungserfolg aufrechtzuerhalten, ist es wichtig zu verstehen, dass Bindung keine statische, sondern eine dynamische Angelegenheit ist:

Einmal gewonnenes Vertrauen lässt sich nicht in Stein meißeln. Es bewegt sich mit jedem weiteren Eindruck, jeder weiteren Interaktion und Erfahrung laufend in zunehmende und abnehmende Richtungen hin und her.

Deshalb ist es wichtig, das gewonnene Vertrauensniveau auch in den weiteren Schritten von Onboarding, Post-Boarding und darüber hinaus zu stabilisieren oder noch besser weiter auszubauen. Die Qualität der Ansprache und der serviceorientierten Begleitung, die neue Teammitglieder im Preboarding schätzen gelernt haben, muss sich also auf gleich hohem Niveau im weiteren Prozess fortsetzen.

Die schwierigen Arbeitsmarktbedingungen, welche im demografischen Wandel durch eine wechselfreudige Generation Z verschärft werden, führen dazu, dass dieser zu erfüllende Qualitätsanspruch in der näheren Zukunft wahrscheinlich noch mehr Gewicht bekommen wird.

Die Erfolgsmessung (z. B. durch Umfragen und Quizze) ist ein hilfreiches Instrument, um diese notwendige Qualität in einer laufenden Optimierung der Onboarding-Prozesse zu sichern. Mit dem wertvollen Nebeneffekt, dass Onboardees sich mit ihrer Meinung wertgeschätzt und berücksichtigt fühlen.

Sie möchten mehr erfahren?

Der Zeitraum zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag ist in diesen Zeiten eine sehr kritische Phase, in der auf Seiten der gewonnenen Mitarbeiter vieles passieren kann, das die tatsächliche Aufnahme der Tätigkeit torpediert.

Das zeigt sich auch uns immer wieder bei all den Mandaten, die wir in verschiedensten Branchen und Unternehmensgrößen übernehmen. Deshalb bereiten wir die von uns vermittelten Kandidaten und Kandidatinnen zielgerichtet für einen erfolgreichen Start und eine gelungene Integration vor und bleiben auch im weiteren Preboarding-Verlauf im engen Kontakt mit ihnen.

Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf, wenn Sie noch mehr über ein professionelles Preboarding, das bei Ihren neuen Mitarbeitenden zuverlässig eine erste starke Bindung schafft, erfahren möchten. Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!

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Frithjof Reitter

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Kirsten Vogt

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